By Monika Setzwein

Wenn das Thema der Nahrungsauswahl in unserem Alltag zur Sprache kommt, so geht es zumeist um Aspekte einer "gesunden" oder "ungesunden" Ernährungsweise, um Folgen der Über-oder Unterernährung, um die Brenn­ stoffzufuhr, den nutrition- und Mineralgehalt, welchen ein Nahrungsmittel aufzuweisen hat. Wir hören und sprechen von Gesundheitsschädigungen durch Nahrung, von "BSE-Fleisch", Cholesterin oder verstrahltem Gemüse, ebenso wie von der Gesundheitsförderung durch Diät- und Bioprodukte. Es kann sich einer Ratgeberkultur bedient werden, die sich auf alle Medien er­ streckt, und es können Professionen und Institutionen konsultiert werden, welche auf eine Beratung hinsichtlich der Ernährung spezialisiert sind. Über­ mäßig häufig geht es bei einer Problematisierung des Essens und Trinkens um die positiven oder negativen Auswirkungen der Nahrung auf den Körper - um eine physiologische Betrachtung additionally. Die Dominanz der naturwissenschaftlich-medizinisch orientierten according to­ spektive, die im Alltag so vertraut ist, verdeckt indes allzu leicht die soziale l size der Nahrung, die von keinesfalls geringerer Bedeutung ist. Sie ist in der sich als aufgeklärt, rational und modem bezeichnenden Gesellschaft im Bewußtsein der Menschen lediglich weniger präsent, wenngleich sie einen elementaren Bestandteil der menschlichen Existenz ausmacht. Es sind eben gerade nicht die biochemisch analysierten Nährwerte von Nahrungsmitteln, die das Ernährungsverhalten der Menschen steuern: Nicht alles, was once ernäh­ rungsphysiologisch als rur den Verzehr geeignet gelten kann, wird tatsächlich gegessen, und das, used to be verzehrt wird, ist unter diesem Gesichtspunkt nicht notwendig das Sinnvollste oder Vernünftigste. Die Auswahl, die getroffen wird, ist eine soziale.

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Zur Soziologie des Essens: Tabu. Verbot. Meidung

Wenn das Thema der Nahrungsauswahl in unserem Alltag zur Sprache kommt, so geht es zumeist um Aspekte einer "gesunden" oder "ungesunden" Ernährungsweise, um Folgen der Über-oder Unterernährung, um die Brenn­ stoffzufuhr, den diet- und Mineralgehalt, welchen ein Nahrungsmittel aufzuweisen hat. Wir hören und sprechen von Gesundheitsschädigungen durch Nahrung, von "BSE-Fleisch", Cholesterin oder verstrahltem Gemüse, ebenso wie von der Gesundheitsförderung durch Diät- und Bioprodukte.

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In einem großen Teil der ausgedehnten westlichen Literatur über sowjetische Ange­ legenheiten ist in den letzten Jahren in zunehmendem Maße erkannt worden, daß ein Wandlungsprozeß innerhalb des Sowjetsystems im Gange ist. In der Politik, Diplomatie, Wirtschaft, Erziehung, Kultur, der Wissenschaft und in militärischen Dingen - um nur einige Gebiete zu nennen - hat es Zeichen der Wandlung und der Anpassung an neue Gegebenheiten gegeben, als das Sowjetsystem aus der Stalin­ Ära in diejenige Chruschtschows überging.

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Es besteht ebenfalls nur eine geringe Sanktionsbereitschaft, aber der Wirkungsgrad ist hoch. B. deren Gültigkeit als so allgemein betrachtet wird, daß eine Einhaltung als selbstverständlich vorausgesetzt wird. Die "Formalnorm" hingegen ist dadurch gekennzeichnet, daß auch sie zwar einen geringen Geltungsgrad besitzt, ihr Wirkungsgrad aber als niedrig anzusetzen ist. Obwohl der Normsetzer selbst von der Notwendigkeit oder Sinnhaftigkeit der Norm abrückt, bleibt die Sanktions bereitschaft groß. Eine solche Verselbständigung der Sanktionsfunktion findet sich bspw.

Geschlechtsrollen, Berufsrollen). Die soziale Identität läßt sich nicht von der biographischen Dimension der personalen Identität losgelöst betrachten. Wenn man von dem Aspekt der Identifikation und Verinnerlichung ausgeht, zeigt sich in der sozialen Identität vielmehr eine subjektive Verbindung der personalen Identität mit einer sozialen Rolle und dem ihr zugemessenen Status. Zudem entsteht soziale Identität auch aus der Abgrenzung gegenüber vergangenen sozialen Identitäten, die teilweise fortgesetzt, modifiziert oder 99 L.

Während die allgemeinen Normen von den besonderen Merkmalen der einzelnen Gesellschaftsmitglieder abstrahieren und auf der Grundlage der Gemeinsamkeit als Rechtssubjekte ihre Gleichheit postulieren, entsprechen die partikularen Normen der Konstatierung der Ungleichartigkeit und daraus ableitbar: der Ungleichrangigkeit der Mitglieder einer Gesellschaft. Weitere Differenzierungen sind möglich 67 , sollen jedoch zugunsten einer Annäherung an das Problem nicht durch positive Satzung festgelegter Normen vernachlässigt werden.

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