By Herbert Willems (auth.), Herbert Willems (eds.)

Die in den beiden Bänden dieses Sammelwerks repräsentierten Beiträge zielen auf Wandlungen und Entwicklungstendenzen der Gegenwartsgesellschaft, die in neueren sozial- und kulturwissenschaftlichen Diskursen zunehmend mit Begriffen wie Inszenierung, Performanz/Performance, photograph, occasion oder visible tradition belegt werden. Unter dem Titel Theatralisierung geht es hier um nicht weniger als um die Behauptung eines charakteristischen Bündels von sozio-kulturellen Formationen und Transformationen, die alle gesellschaftlichen Ordnungsebenen, Bereiche und Daseinsaspekte umfassen. Andererseits gilt es, sozio-kulturellen Tatsachen Rechnung zu tragen, die eher den Gegenbegriff der Enttheatralisierung nahezulegen scheinen.
Die hier zugrunde liegende zentrale Leitidee/Leitthese (Theatralisierung) wird im 1. Band vor allem auf die Lebenswelt(en) jedermanns, auf spezielle (Gruppen-)Kulturen sowie auf soziale Felder im Sinne Pierre Bourdieus bezogen: Politik, recreation, faith, Wissenschaft, Medizin/Psychotherapie, Kunst, Wirtschaft u.s.w. Der 2. Band fokussiert das ‚Super-Theater’ der Massenmedien. Gegenstand der Untersuchung ist zudem das web als Raum von Theatralität und als second und Faktor von (Medien-)Theatralisierungen.

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Spanien: Wirtschaft — Gesellschaft — Politik

Diese bewährte Gesamtdarstellung zu Politik, Gesellschaft und Wirtschaft in Spanien liegt nun in einer vollkommen überarbeiteten und aktualisierten Auflage vor. Wer Informationen zu einem der wichtigsten EU-Länder braucht, greift zu diesem Buch.

Zur Soziologie des Essens: Tabu. Verbot. Meidung

Wenn das Thema der Nahrungsauswahl in unserem Alltag zur Sprache kommt, so geht es zumeist um Aspekte einer "gesunden" oder "ungesunden" Ernährungsweise, um Folgen der Über-oder Unterernährung, um die Brenn­ stoffzufuhr, den nutrition- und Mineralgehalt, welchen ein Nahrungsmittel aufzuweisen hat. Wir hören und sprechen von Gesundheitsschädigungen durch Nahrung, von "BSE-Fleisch", Cholesterin oder verstrahltem Gemüse, ebenso wie von der Gesundheitsförderung durch Diät- und Bioprodukte.

Sowjetische Militärstrategie

In einem großen Teil der ausgedehnten westlichen Literatur über sowjetische Ange­ legenheiten ist in den letzten Jahren in zunehmendem Maße erkannt worden, daß ein Wandlungsprozeß innerhalb des Sowjetsystems im Gange ist. In der Politik, Diplomatie, Wirtschaft, Erziehung, Kultur, der Wissenschaft und in militärischen Dingen - um nur einige Gebiete zu nennen - hat es Zeichen der Wandlung und der Anpassung an neue Gegebenheiten gegeben, als das Sowjetsystem aus der Stalin­ Ära in diejenige Chruschtschows überging.

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Und Image-Arbeit wird zu einer Handlungskunst aller Handelnden, die von Spezialisten kontextspezifisch elaboriert wird. In der Tat leben wir schon lange und zunehmend im „Zeitalter der Images“ (Boorstin 1987), der Image-Arbeiter und der Image-Theatralität. h. mit dem Aufkommen qualitativ neuer Bühnen, Inszenierungs- und Performanzformen. Was für Aufmerksamkeit, Verständlichkeit und Image gilt, gilt in ähnlicher Weise auch für Glaubwürdigkeit. h. B. durch Geld und Verfahren. Sie ist aber andererseits gleichzeitig noch, wieder oder sogar verstärkt erforderlich und eine systematisch knappe Ressource.

Die medientechnologische Entwicklung und die mit ihr einhergehende Entwicklung sozialer (Handlungs-)Felder implizieren eine immer massivere Expansion und Differenzierung von Theatralität, eine immer größere Zahl und Vielfalt von Bühnen, dramaturgischen Ausstattungen, Zeichen, Skripts, Inszenierungen, Performances, Akteuren, (Publikums-)Wahrnehmungen. Mit dem Internet hat es diesbezüglich einen weiteren quantitativen und qualitativen Sprung gegeben (vgl. Willems 2008). 83 Homecams (vgl. NeumannBraun 2002), Homepages oder Weblogs (vgl.

Das individualisierte und individualistische Individuum der Gegenwart (ein Idealtyp) scheint bei gleichzeitiger „Dynamisierung“ (Hahn 1982) seiner biographischen Selbstdefinition wie kein anderes Individuum zuvor ‚Spiegelungen‘ und Geltungen seiner subjektiven Innenwelt bzw. Individualität zu brauchen und zu fordern. Es muss daher darauf aus sein, ‚sich selbst‘ in einer Akzeptanz und Anerkennung (Applaus) versprechenden Weise ‚zum Ausdruck‘ zu bringen. Man kann in diesem Zusammenhang von einem „expressiven Individualismus“ (Burkart 2006) oder (vielleicht besser noch) von einem individualistischen Expressivismus sprechen, denn der Gegenstand der hier gemeinten theatralen und theatralischen Bemühung ist ein immer unbestimmteres, immer offeneres Selbst, das mit entsprechender Theatralität immer wieder neu ‚konstruiert‘ und ‚definiert‘ werden kann und muss.

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