By Ludwig Bilz

Die Verbreitung von Depressionen und Ängsten unter Jugendlichen hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Beeinflusst die Schule jenseits der Leistungsentwicklung auch die psychische Gesundheit von Schülern? Und wie macht sie das? Der Autor geht der Frage nach, welche Aspekte dieser für das Jugendalter zentralen Entwicklungsumwelt Risikofaktoren für Ängste, depressive Symptome und psychosomatische Beschwerden darstellen. Es wird ein Modell vorgestellt und empirisch überprüft, das mögliche Wirkmechanismen beschreibt. Die gefundene enge Kopplung zwischen Klassenklima und internalisierenden Auffälligkeiten wird zum Anlass genommen, Empfehlungen für eine gesundheitsförderliche Gestaltung von Schule abzuleiten und Vorschläge für eine Optimierung von Präventionsprogrammen zu machen.

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Folgende vier Entwicklungspfade werden von Sroufe (1997) unterschieden: (A) wiederholte Fehlanpassungen, die in einer psychischen Störung münden, (B) stabile positive Anpassungen, (C) anfängliche Fehlanpassungen, gefolgt von einer positiven Veränderung, und (D) anfänglich positive Anpassungen, gefolgt 4 Diagnostisches und Statistisches Manual Psychischer Störungen (DSM-IV), Internationale Klassifikation Psychischer Störungen (ICD-10) 44 3 Entwicklungsprobleme in der Adoleszenz von einer negativen Veränderung in Richtung Störung.

Und auch in der kategorialen Tradition der Psychiatrie mit ihren diagnostischen Klassifikationssystemen (DSM IV, ICD-10) ist nicht völlig 54 4 Internalisierende Auffälligkeiten in der Adoleszenz klar, welche Störungen diesem Label zuzuordnen sind (Kovacs & Devlin, 1998; Reynolds, 1990). Deshalb soll sich die folgende Darstellung auf die drei Bereiche konzentrieren, über deren Zugehörigkeit zum Spektrum internalisierender Auffälligkeiten weitgehende Einigkeit besteht. Dies wären Störungen und Auffälligkeiten, die mit Ängstlichkeit, Depression und Somatisierung einhergehen.

Eine Vielzahl an Forschungsbefunden liegt zum Einfluss von Lehrerüberzeugungen vor. Diese beziehen sich nicht nur auf die durch Rosenthal und Jacobson (1968) angestoßene Forschung zu differentiellen Lehrererwartungen (Pygmalion-Effekt), sie thematisieren auch Kognitionen von Lehrern über ihre Berufsrolle, ihre Wirksamkeitsüberzeugungen und ihre Überzeugungen über die Natur von Schülerfähigkeiten. Förderlichen Einfluss, nicht nur auf die kognitive Entwicklung von Schülern, haben demnach Lehrer, die von ihrer eigenen Wirksamkeit überzeugt sind, die positive Erwartungen an die Leistungen ihrer Schüler haben und die intellektuelle Fähigkeiten eher als ein erworbenes denn als angeborenes Potential betrachten.

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