By Katja Wohlgemuth

Spätestens im Kontext der aktuellen Debatten zum Thema Kindesschutz erlebt der Präventionsbegriff in der Kinder- und Jugendhilfe ein Revival. Er findet sich sowohl in disziplinären sozialpädagogischen Diskursen als auch in sozialpolitischen Debatten und zunehmend als aspect von Konzeptionen und Programmen, u.a. im Kontext solcher Hilfeformen, die nicht als "klassisch-präventiv" zu bezeichnen sind. Die Arbeit systematisiert die Diskurse zum Thema Prävention theoretisch fundiert und nähert sich im empirischen Teil dem professionellen Begriffsverständnis der Fachkräfte im Arbeitsfeld erzieherische Hilfen. Sie zeigt auf, welchen Stellenwert Prävention für professionelles Handeln, für das professionelle Selbstverständnis und für die übergreifenden Ziele hat, die die Fachkräfte mit ihrer Arbeit verfolgen und versucht so, die Magie der "Zauberformel" Prävention zu entschlüsseln.

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6 Inwiefern sich diese Prognosen später als wahr erweisen bleibt zunächst trotz der Legitimation über Daten und Erfahrungen offen. Des Weiteren werden weder die Daten noch die gesetzten Zwecke systematisch infrage gestellt. Konsequenterweise rückt der Präventionsbegriff in diesem Zusammenhang in die Nähe eines rein technischen Verständnisses der Anwendung von Mitteln zu einem bestimmten Zweck auf der Basis ausgewählter (Erfahrungs-)Werte. 2) ist es hier auch möglich, dass der Zweck nicht nur darin besteht, einen bestimmten Zustand zu erreichen, sondern dass (gleichzeitig) ein als negativ bewertetes Szenario verhindert werden soll.

Mit dem Ziel der systemischen Integration des Individuums dient die übergeordnete Zwecksetzung dem Erlernen von Fertigkeiten und Qualifikationen, die es dem Individuum ermöglichen, sich kompetent zu Verhalten. Ein Misserfolg zöge demnach das „Scheitern an der Realität“ (Habermas 1976, S. 63) nach sich. Zweckrationales Handeln zielt auf diese Weise auf die Integration des Individuums in systemische Mechanismen und „ihre eigenen, normfreien, über die Lebenswelt hinausragenden Sozialstrukturen“ (Habermas 1995, S.

2 Die Normativität des Präventionsbegriffs Konstitutiv für jedes Verständnis von Prävention ist die Idee, bestimmte, als negativ bewertete Szenarien und Entwicklungen zu verhindern. Voraussetzung dafür ist die Klassifizierung möglicher Zukunftsversionen in positiv und negativ bzw. in erstrebenswert und abzulehnen. Diese Differenzierung wird nur auf der Grundlage von (gesellschaftlich anerkannten) Normen möglich. Normen sind in diesem Kontext zu verstehen als „Verhaltensforderungen für wiederkehrende Situationen“ (Splitter 1967, S.

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