By Jan Keller, Detlef Baum, Alice Gojová

In den Transformationsgesellschaften Osteuropas bilden sich neue soziale Risiken aus, die bislang nicht vorhanden waren. Wo eine Sozialpolitik in den westlichen Gesellschaften eine Antwort auf diese Risiken fand, müssen in den osteuropäischen Gesellschaften neue Antworten von Sozialpolitik und Sozialer Arbeit erst noch gefunden werden. Es geht um die Reformen des Sozialstaates und um das Überleben der öffentlichen Systeme der sozialen Sicherung sowie um Auswirkungen der so intestine wie in allen Ländern Europas stattfindenden Bestrebungen, diese abzubauen oder gar zu privatisieren. Die neuen sozialen Risiken führen auch zum Thema der Gesamtorientierung der Politik, und zwar angesichts dessen, dass diejenigen auf dem politischen Parkett häufig eine eingeschränkte Vorstellung der Opfer der neuen sozialen Risiken haben. Und nicht zuletzt geht es um die Möglichkeiten und Grenzen der Sozialarbeit. ​

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Spanien: Wirtschaft — Gesellschaft — Politik

Diese bewährte Gesamtdarstellung zu Politik, Gesellschaft und Wirtschaft in Spanien liegt nun in einer vollkommen überarbeiteten und aktualisierten Auflage vor. Wer Informationen zu einem der wichtigsten EU-Länder braucht, greift zu diesem Buch.

Zur Soziologie des Essens: Tabu. Verbot. Meidung

Wenn das Thema der Nahrungsauswahl in unserem Alltag zur Sprache kommt, so geht es zumeist um Aspekte einer "gesunden" oder "ungesunden" Ernährungsweise, um Folgen der Über-oder Unterernährung, um die Brenn­ stoffzufuhr, den diet- und Mineralgehalt, welchen ein Nahrungsmittel aufzuweisen hat. Wir hören und sprechen von Gesundheitsschädigungen durch Nahrung, von "BSE-Fleisch", Cholesterin oder verstrahltem Gemüse, ebenso wie von der Gesundheitsförderung durch Diät- und Bioprodukte.

Sowjetische Militärstrategie

In einem großen Teil der ausgedehnten westlichen Literatur über sowjetische Ange­ legenheiten ist in den letzten Jahren in zunehmendem Maße erkannt worden, daß ein Wandlungsprozeß innerhalb des Sowjetsystems im Gange ist. In der Politik, Diplomatie, Wirtschaft, Erziehung, Kultur, der Wissenschaft und in militärischen Dingen - um nur einige Gebiete zu nennen - hat es Zeichen der Wandlung und der Anpassung an neue Gegebenheiten gegeben, als das Sowjetsystem aus der Stalin­ Ära in diejenige Chruschtschows überging.

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Die sozialen Risiken treffen immer auch auf Familien zu, wenn sie mehr Kinder haben, als sie sich eigentlich leisten können. Auch zu den Blütezeiten der Industriegesellschaft galt, dass es bei einem großen Teil von Haushalten mit der Geburt eines dritten Kindes und weiterer Nachkommen zu einem ziemlich deutlichen Absinken der Lebensniveaus kam. Das neue soziale Risiko besteht dagegen darin, dass es heute bei manchen Familien schon mit dem ersten Kind zu einer rasanten Senkung des Lebensniveaus kommt.

Auch Ulrich Beck machte darauf aufmerksam, dass die Feminisierung der Erwerbsarbeit die Durchsetzung von prekären Arbeitsverträgen auch bei Männern einfacher machte. Es ist kein Zufall, dass sie eher denen ähneln, die immer für die Frauenarbeit kennzeichnend waren. 28 26 Es ist wahrscheinlich, dass die meisten Frauen, auch wenn sie eine größere Emanzipation nicht mittels einer Erwerbs- und Berufstätigkeit angestrebt hätten, ohnehin eine Erwerbsarbeit hätten aufnehmen müssen. Stagnierende Einkommen von Männern und die Ausbreitung von prekären und gering entlohnten Arbeitsformen, wirken in dieser Richtung genauso wie die Notwendigkeit, einen unvollständigen Haushalt durch allein verdienende Mütter zu führen.

16 15 Es handelt sich im Grunde genommen um zwei verschiedene Interpretationen des Deindustrialisierungsprozesses, der in den wirtschaftlich am höchsten entwickelten Ländern in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts begann. Diejenigen, die vom Übergang zur postindustriellen Gesellschaft sprechen, betonen zumeist den Einfluss der Entwicklung der Ausbildungs- und Informationsgesellschaft. Darstellungen über die Dominanz des Finanzkapitals im Weltmaßstab legen dagegen einen viel größeren Akzent auf das Kalkül von Investoren sowie auf das Bestreben, den Privatgewinn zu maximieren.

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