By Otto Depenheuer (auth.), Otto Depenheuer (eds.)

Der moderne Rechts- und Gesetzgebungsstaat ist Ausdruck rationaler Gestaltung der Welt aus dem Geiste aufgeklärter Vernunft. Zu deren Selbstverständnis gehört es, Mythos durch emblems und Rituale durch purpose Verfahren zu ersetzen. So versteht sich der Verfassungsstaat als auf Rationalität gegründet und sich in rationalen Diskursen der Rechtsprechung und Wissenschaft entfaltend. Doch der Glaube an die Entmythologisierung von Staat und Verfassung ist selbst ein Mythos. Denn der Mythos gibt, was once Rationalität nicht vermag: den Willen des Menschen zum Sinn durch Erzählungen zu befriedigen. Mythen sind zwar nur Möglichkeiten des Denkens, schaffen aber die Wirklichkeiten des Seins. Eine Lehre der politischen Ordnung kann und darf daher ihre wirkmächtige Realität nicht ignorieren. Den mythischen Dimensionen und Implikationen von Staat, state und Verfassung nachzuspüren, ist Anliegen dieses Sammelbandes.

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A. 1997, S. , Die römische Königswahl vivente imperatore in der Neuzeit. Zum Problem der Kontinuität in einer frühneuzeitlichen Wahlmonarchie, in: Neue Studien zur frühneuzeitlichen Reichsgeschichte, hrsg. v. Johannes Kunisch, Berlin 1997, S. 1-53; Dotzauer, Ausformung (wie Anm. 51). 53 Stollberg-Rilinger, Verfassungsakt oder Fest (wie Anm. 28). 54 Zu diesem Begriff Hofmann, Repräsentation (wie Anm. 36), 121 ff. Das heilige Römische Reich deutscher Nation als praktizierter Mythos 49 einen quasi-sakralen Charakter des Herrschers.

37); zur Strategie der Reichsstädte allg. André Krischer, Reichsstädte in der Fürstengesellschaft. Politischer Zeichengebrauch in der Frühen Neuzeit, Darmstadt 2006. 48 Vgl. , Staatsrechtliche Abhandlungen und andere Aufsätze, 2. , 46 46 Abbildung 5: Barbara Stollberg-Rilinger „Eigentliche Vorbildung der Heylthumb und Keyserlichen Omats“, illustriertes Flugblatt, Nürnberg 2. Hälfte 16 Jh.. Berlin 1968, S. 9-18; Eberhard Isenmann, Kaiser, Reich und deutsche Nation am Ausgang des 15. ), Ansätze und Diskontinuität deutscher Nationsbildung im Mittelalter, Sigmaringen 1989, S.

7-22. 44 Borst, Das Karlsbild (wie Anm. 41), S. ; Kühne, Ostensio reliquiarum (wie Anm. 25). 44 Abbildung 4: Barbara Stollberg-Rilinger Krönung Maximilians I in Aachen 1486. Holzschnitt von Wolf Traut nach Albrecht Dürer, 1519. Das heilige Römische Reich deutscher Nation als praktizierter Mythos 45 III. Die rituelle Präsenz Karls des Großen in der frühen Neuzeit Das Privileg, die Reichskleinodien dauerhaft in Nürnberg zu hüten und sie jährlich als Wallfahrtsgegenstand auszustellen, war folgenreich - auch über das Ende dieser kultischen Praxis hinaus.

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