By Stefan Hansen

Angesichts eines wachsenden Interesses an Bildungsprozessen außerhalb formaler Einrichtungen wie Schulen oder Universitäten hat sich in den letzten Jahren auch eine Diskussion um Vereine als Orte lebenslangen oder informellen Lernens entwickelt. Diesen Lernprozessen im Rahmen des freiwilligen Engagements in Vereinen geht die empirische Studie von Stefan Hansen nach. Der Autor untersucht, auf welche Weise Kompetenzen im Verein erworben werden, ob ein move dieser Fähigkeiten und Wissensbestände in die Außenwelt stattfindet und inwieweit der Verein im Sinne eines strukturellen Handlungskontextes Einfluss auf Kompetenzerwerbsprozesse hat. Die Ergebnisse zeigen, dass Vereine Lernorte darstellen, an denen Fach- und Gesellschaftswissen, soziale Kompetenzen und Organisationsfähigkeiten auf informelle Weise erworben werden, die auch außerhalb des Vereins Anwendung finden. Darüber hinaus werden die Lernprozesse durch die Strukturbesonderheiten der Organisationsform des Vereins beeinflusst, wobei sie sowohl gefördert als auch behindert werden können.

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Mit ihnen ist eine Vorstellung des formellen Lernens verbunden, die auf eine bewusste, zielgerichtete, pädagogisch angeleitete und durch Prüfungen und Zeugnisse zertifizierbare Form des Wissenserwerbs abzielt. Allerdings hat sich in den letzten Jahren auch im deutschen Kontext eine aus den USA kommende Diskussion über das Lernen an informellen Lernorten entwickelt. Solche informellen Lernorte, außerhalb des formalen Bildungssys12 Eine Ausnahme bilden Bildungsvereine, die das Lernen ihrer Mitglieder als explizites Organisationsziel festgesetzt haben.

Dies liegt einerseits am querschnittlichen Design der Studien und andererseits daran, dass nicht analysiert wird, auf welche Weise die Vereinsmitglieder im Rahmen ihrer Mitgliedschaft politische Kompetenzen erwerben sollen und wie der Transfer von politischen Kompetenzen aus dem Verein in die Lebenswelt des Individuums verläuft. Sozialisationsfunktion Mit der Sozialisationsfunktion werden Einflüsse bezeichnet, die Vereinen auf die Erziehung und Entwicklung insbesondere ihrer jugendlichen Mitglieder nachgesagt werden.

280). Das durch freiwilliges Engagement erworbene Wissen sei insofern ein Beitrag zur politischen Forderung nach lebenslangem Lernen und beständiger Weiterbildung (zum Begriff und Konzept des lebenslangen Lernens vgl. B. Dietsche & Meyer, 2004; Dohmen, 1996; Kraus, 2001). Aufbauend darauf, dass das freiwillige Engagement ein individueller Bildungsfaktor sein kann, wird weiterhin argumentiert, dass auf diese Art und Weise die Motivation zu freiwilligen Tätigkeiten gestärkt und das Engagement anerkannt werden kann: „Qualifizierungsmaßnahmen können noch nicht Entschlossene motivieren, den Schritt zum freiwilligen Engagement zu vollziehen und andere ermutigen, diesen Weg ebenfalls zu gehen“ und „Qualifizierung ist insofern auch eine Antwort auf die steigenden Erwartungen der Engagierten selbst, ein Signal dafür, dass sie und ihre Arbeit ernst genommen und ihre Bedeutung öffentlich geschätzt werden“ (Enquete-Kommission des Deutschen Bundestags, 2002, S.

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