By Paul Windolf (auth.), Rudolf Stichweh, Paul Windolf (eds.)

Inklusion und Exklusion sind elementare Kategorien der Soziologie. Beide Begriffe verweisen auf paradoxe Konsequenzen, die die empirische Forschung inspiriert haben. Inklusion in eine begrenzte Zahl von Subsystemen bedeutet gleichzeitig Exklusion aus allen anderen Subsystemen. Exklusion aus einem Unternehmen (Arbeitslosigkeit) hat gleichzeitig eine Inklusion in andere Formen der Vergesellschaftung zur Folge (sozialstaatliche Fürsorge). In diesem Band werden die Begriffe Inklusion und Exklusion auf zentrale Probleme der Sozialstruktur und der sozialen Ungleichheit angewandt. Ungleiche Chancen im Bildungssystem haben Exklusion und Marginalisierung auf dem Arbeitsmarkt zur Folge. Die Auflösung von Netzwerken hat weitreichende Konsequenzen für die Struktur einer nationalen Ökonomie (Deutschland AG). Am Beispiel der Flüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten wird der konfliktreiche Inklusionsprozess einer Migrationsbevölkerung nach dem 2. Weltkrieg nachgezeichnet. Prozesse der räumlichen Inklusion/Exklusion verschärfen die Probleme der Armutsbevölkerung im innerstädtischen Ghetto.

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Spanien: Wirtschaft — Gesellschaft — Politik

Diese bewährte Gesamtdarstellung zu Politik, Gesellschaft und Wirtschaft in Spanien liegt nun in einer vollkommen überarbeiteten und aktualisierten Auflage vor. Wer Informationen zu einem der wichtigsten EU-Länder braucht, greift zu diesem Buch.

Zur Soziologie des Essens: Tabu. Verbot. Meidung

Wenn das Thema der Nahrungsauswahl in unserem Alltag zur Sprache kommt, so geht es zumeist um Aspekte einer "gesunden" oder "ungesunden" Ernährungsweise, um Folgen der Über-oder Unterernährung, um die Brenn­ stoffzufuhr, den nutrition- und Mineralgehalt, welchen ein Nahrungsmittel aufzuweisen hat. Wir hören und sprechen von Gesundheitsschädigungen durch Nahrung, von "BSE-Fleisch", Cholesterin oder verstrahltem Gemüse, ebenso wie von der Gesundheitsförderung durch Diät- und Bioprodukte.

Sowjetische Militärstrategie

In einem großen Teil der ausgedehnten westlichen Literatur über sowjetische Ange­ legenheiten ist in den letzten Jahren in zunehmendem Maße erkannt worden, daß ein Wandlungsprozeß innerhalb des Sowjetsystems im Gange ist. In der Politik, Diplomatie, Wirtschaft, Erziehung, Kultur, der Wissenschaft und in militärischen Dingen - um nur einige Gebiete zu nennen - hat es Zeichen der Wandlung und der Anpassung an neue Gegebenheiten gegeben, als das Sowjetsystem aus der Stalin­ Ära in diejenige Chruschtschows überging.

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In diesem Kontext entstand eine energische ethnizitätsbezogene Politik affirmativen Handelns und wurden schließlich auch die Barrieren für die Zulassung von Frauen beiseite gedrängt. Die Geschichte der Zulassungen bei den Großen Drei ist insofern vor allem eine Geschichte der wiederkehrenden Auseinandersetzungen über die Bedeutung von „Verdienst“ gewesen. Unterhalb dieser Bewegungen jedoch gab es ein konsistentes Muster: der Sinn von „Verdienst“ verschob sich in Reaktion auf die sich verändernden Machtbeziehungen zwischen Gruppen und die Veränderungen in der gesellschaftlichen Umwelt.

New York: The Free Press 1969. Parsons, Talcott, 1967: Sociological Theory and Modern Society. New York: Free Press. , 1976a: The Hippie Movement as a Socialization Agency. S. 377-390 in: Loubser, Jan J. ): Explorations in General Theory in Social Science. Essays in Honor of Talcott Parsons. Vol. 1. New York: Free Press. , 1976b: The Millenarian Movement Organization as a Socialization Agency. S. 367-376 in: Loubser, Jan J. ): Explorations in General Theory in Social Science. Essays in Honor of Talcott Parsons.

B. ) eine Institution der Inklusion erfunden und eingerichtet werden muss (das Gefängnis, die psychiatrische Klinik), die die vorgängige Exklusion auffängt und sie gewissermaßen unsichtbar macht, weil sie sie in das Gewand einer resozialisierenden (reinkludierenden) Absicht kleidet. Auch der slum oder die favela ist alles andere als außerhalb der Gesellschaft zu verorten. 22 9. Die Abwesenheit eines „Außen“ – Reversibilität der Exklusionen Aus der die Moderne kennzeichnenden Asymmetrie von Inklusion und Exklusion (als einer hierarchischen Opposition) folgen vier weitere Gesichtspunkte: Es gibt in der Weltgesellschaft der Gegenwart keine sozial unbesetzten Räume mehr und insofern existiert kein gesellschaftliches Außen – und es existiert schon gar nicht in der Form anderer Gesellschaften –, in das die zu exkludierenden sozialen Adressen abgeschoben werden könnten.

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