By Stephan Quensel

Alle Ansätze einer schulbezogenen Sucht-Prävention, die heute nahezu ausschließlich aus einer sucht-therapeutischen Defizit-Perspektive heraus betrieben wird, sind gescheitert. Eine replacement, jugendsoziologisch begründbare Drogen-Erziehung zur Drogenmündigkeit stößt auf erhebliche Denkbarrieren. Das innere Funktionieren dieses Präventions-Dispositivs wie dessen gesellschaftliche Funktionen werden aus wissens- und professionssoziologischer Sicht untersucht, um Hinweise für eine substitute geben.

"[...] die Lektüre der vorgestellten Thesen ist [...] produktiv und wärmstens zu empfehlen. Die Auseinandersetzung, die das Buch mit seiner klaren Positionsbestimmung gegen bestehende Reflexionslosigkeit provozieren will, lohnt sich." KrimJ - Kriminologisches magazine, 02/2007

"[...] eine hochinteressante Arbeit, die Anzeichen eines Standardwerkes zur schulbezogenen Suchtprävention trägt." R & P - Recht & Psychiatrie, 02/2006

"Für alle Fachleute, die mit dem Thema Suchtvorbeugung befasst sind, ist dieses Buch ein Standardwerk." www.socialnet.de, 15.02.2005

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Spanien: Wirtschaft — Gesellschaft — Politik

Diese bewährte Gesamtdarstellung zu Politik, Gesellschaft und Wirtschaft in Spanien liegt nun in einer vollkommen überarbeiteten und aktualisierten Auflage vor. Wer Informationen zu einem der wichtigsten EU-Länder braucht, greift zu diesem Buch.

Zur Soziologie des Essens: Tabu. Verbot. Meidung

Wenn das Thema der Nahrungsauswahl in unserem Alltag zur Sprache kommt, so geht es zumeist um Aspekte einer "gesunden" oder "ungesunden" Ernährungsweise, um Folgen der Über-oder Unterernährung, um die Brenn­ stoffzufuhr, den diet- und Mineralgehalt, welchen ein Nahrungsmittel aufzuweisen hat. Wir hören und sprechen von Gesundheitsschädigungen durch Nahrung, von "BSE-Fleisch", Cholesterin oder verstrahltem Gemüse, ebenso wie von der Gesundheitsförderung durch Diät- und Bioprodukte.

Sowjetische Militärstrategie

In einem großen Teil der ausgedehnten westlichen Literatur über sowjetische Ange­ legenheiten ist in den letzten Jahren in zunehmendem Maße erkannt worden, daß ein Wandlungsprozeß innerhalb des Sowjetsystems im Gange ist. In der Politik, Diplomatie, Wirtschaft, Erziehung, Kultur, der Wissenschaft und in militärischen Dingen - um nur einige Gebiete zu nennen - hat es Zeichen der Wandlung und der Anpassung an neue Gegebenheiten gegeben, als das Sowjetsystem aus der Stalin­ Ära in diejenige Chruschtschows überging.

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Uns bleibt fast nichts anderes als das kritische Gespräch, die Diskussion vor allem auch mit der einschlägigen Literatur, die immer wieder neue Anstöße gibt, Kopfschütteln, Aha-Erlebnisse oder ein „das habe ich ja immer schon gewusst, gedacht, angenommen“. Hier dienen ‚Thesen‘ als Brechstange, nicht passende Puzzle-Stückchen verlangen nach weiterer Suche, Vergleiche ‚erweitern das Bewusstsein‘ und Autoritäten verleihen Sicherheit. Natürlich greift man auf solche Autoritäten zurück. Das ist vor allem bei Soziologen mangels zureichender empirischer Daten so üblich.

Mit dieser scheinbar so überzeugenden Aussage übersieht man jedoch dreierlei. Zunächst vergisst man die noch immer dominierende Alltagspraxis, die weithin von ihren Drogenmythen lebt – Einstiegsdroge, Gehirnschäden, Schulhofdealer und Peergruppen-Verführung. Sodann verwendet auch das heute prägende Sucht- und Abhängigkeits-Modell gleichwohl und sehr bewusst anstelle solcher offensichtlichen ‚Raucherbeine‘ die unheimlichere, da weniger greifbare Vorstellung eines ‚VerfallenSeins an die Droge‘ – weswegen uns etwa eine 15-jährige Schülerin „Todesangst“ als Grund für ihre Abstinenz in den Fragebogen hinein schrieb.

2. Drei Beispiele: >Lions Quest< >Hutchinson< >Healthy for Life< Drei bekannte Beipiele36 für diese neueren Life Skills Programme aus den USA sollen dieses Scheitern der Prävention auch in jüngster Zeit belegen. -Typ) evaluiert wurde (Eisen et al. 2002, 2003). Im Anschluss sollen zwei weitere Beispiele einer Evaluation des Hutchinson-Programmes und des amerikanischen Healthy-for-Life-Projektes zeigen, wie die immer wieder gepriesenen Erfolge schwinden, wenn man eine solche Evaluation nur sorgfältig genug durchführt.

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